Aus meinem Arbeitsalltag
Aus rechtlichen Gründen kann ich keine Ausschnitte aus meinen Projekten zeigen. Gerne lade ich Sie aber ein, sich die Webseite meines Arbeitgebers youknow anzusehen: Im Bereich E-Learning Content finden sich Beispiele aus unseren Projekten, die einen Einblick in meinen Arbeitsbereich geben. Darüber hinaus beschreibe ich im Folgenden Case Studies aus meiner Projektarbeit mit anonymisierten Auftraggeber:innen.
Case 1: Lernreihe für medizinisches Personal zur Einführung eines neuen Genmedikaments
In Zusammenarbeit mit einem großen Pharmaunternehmen habe ich ein didaktisches Konzept für die Lernreihe entwickelt. Eine Herausforderung waren die unterschiedlichen Zielgruppen: Ärzt:innen, Apotheker:innen und Pflegekräfte sollten gemeinsam zu einem neuen Genmedikament geschult werden, brachten dabei aber unterschiedliches Vorwissen und unterschiedliche Bedürfnisse mit – ein stärkerer Fokus auf die aktuelle Studienlage etwa ist vor allem für Ärzt:innen relevant.
Als Lösung habe ich eine Lernreihe mit Articulate Rise entwickelt, in der vertiefende Inhalte als optionale Deep Dives enthalten sind. Ein integriertes Glossar ergänzt die Lerneinheit: Fachbegriffe lassen sich per Klick direkt im Kontext nachschlagen, ebenso wissenschaftliche Referenzen. Diese Gestaltung orientiert sich am Split-Attention-Prinzip aus der Cognitive Load Theory: Zusammengehörige Informationen sollten möglichst nah beieinander zugänglich sein, statt getrennt, wie es etwa bei klassischen Fußnoten der Fall ist. Ergänzend sorgen schriftliche Zusammenfassungen und Checklisten für einen direkten Transfer in den Berufsalltag.
Case 2: Immersives Onboarding zu Brand & History eines Automobilherstellers
Eine neue Mitarbeiterin oder ein neuer Mitarbeiter beginnt in einer Händlerfiliale des Automobilherstellers. Um die Marke überzeugend zu vertreten und die Fahrzeuge erfolgreich zu verkaufen, braucht es fundiertes Wissen über Brand und History des Herstellers.
Als Lösung entwickelte ich im Team eine immersive Lerngeschichte in Articulate Storyline, die auf dem Prinzip des situierten Lernens beruht: Statt Inhalte abstrakt zu vermitteln, erleben die Lernenden sie eingebettet in einen realistischen Arbeitskontext. Sie bewegen sich durch die Geschichte, indem sie auf die Tür einer fiktiven Filiale klicken, um sie zu betreten. Ihr Smartphone klingelt, und per Klick erfahren sie von den Wünschen ihrer Kund:innen. Ihnen begegnen Mitarbeiter:innen, Kund:innen und das Kind einer Kundin, das sie zu einem Quiz zur Markengeschichte auffordert. Im Social-Media-Stil haben wir zudem kurze, prägnante Videos zu historischen Fahrzeugen der Marke erstellt. Durch die immersive Erzählung, die realitätsnahen Situationen und die vielen interaktiven Dialoge können die Lernenden das Gelernte direkt auf ihren neuen Berufsalltag übertragen und wissen, wie sie in typischen Kundensituationen reagieren können.
Case 3: KI-Einsatz, um KI zu erklären
KI als Werkzeug hält aktuell flächendeckend Einzug in Unternehmen und Verwaltung, und Mitarbeiter:innen müssen im Umgang mit KI sowie zu ihren Risiken und Techniken geschult werden – das schreibt auch der EU AI Act vor. Für die Mitarbeiter:innen einer Landesverwaltung entwickelte ich in Teamarbeit eine Video-Lernreihe. Einige Videos vermitteln die Grundlagen von Künstlicher Intelligenz und erklären Risiken wie Bias und Halluzinationen. Obwohl wir uns bewusst für ein nicht-interaktives Format entschieden haben, bieten die Videos Transfer und Übung, indem sie die Lernenden auffordern, eine Antwort auf eine Quizfrage gedanklich zu überlegen oder ihren eigenen KI-Assistenten zu öffnen und bestimmte Techniken direkt auszuprobieren.
Die Videos selbst haben wir mit dem KI-Tool HeyGen produziert: KI-generierte Avatare vermitteln die Inhalte, unterstützt durch illustrierte, erklärende Einblendungen. Zur konkreteren Einführung eines Large Language Models haben wir die Videoreihe um Screen-Recordings ergänzt, die die Benutzeroberfläche des KI-Assistenten erklären. Durch den gezielten KI-Einsatz in der Produktion konnten wir die gesamte Lernreihe in enger Zusammenarbeit mit den Kund:innen in weniger als zwei Monaten fertigstellen und so die reibungslose Einführung der KI in der Landesverwaltung sicherstellen.